Dienstag, 31. Juli 2007

Die große Welt


Die kleine Welt schwimmt lustig auf der Oberfläche des einen seichten, trüben Tümpels weiter. Die große Welt geht unter: George Tabori, Ulrich Mühe,
Ingmar Bergmann, Michelangelo Antonioni, Michel Serrault. Traurig.

Mittwoch, 25. Juli 2007

Schau, Bayreuth


Ich hatte das Vergnügen Bayreuth von innen zu sehen. Ich war erstaunt über die engen Sitzreihen, das kleine Festspielhaus - der Ruhm macht die Dinge größer als in Wirklichkeit. Ich war erstaunt über die Treppen, den Saal, die Säulen, die Akustik, die Töne, die von irgendwo kommen, sich fügen und überwältigen. Ich hatte das Vergnügen, Boulez dirigieren zu sehen, zu hören. Ich musste die Augen schließen, denn der Parsifal wurde von Schlingensief inszeniert und der hatte Nah-Tod-Erlebnisse aufzuarbeiten, auf der Bühne. Es flimmerte, zuckte, drehte sich, Faktoten, Nackte, blutige Fingerspuren, na ja, Regietheater eben. Katharina Wagner, die Ur-Enkelin vom Richard, wollte 'entrümpeln', wollte die Festspiele mit Schlingensief aufpeppen. Nur mit geschlossenen Augen war der Zauber der Musik noch spürbar.
Katharina soll den grünen Hügel erobern und ihr Meisterstück mit den 'Meistersingern' abliefern. Und was sehe ich im Fernsehen? Weiße Farbe spritzt über die Bühne, weiße Flüssigkeiten spritzen aus dem Ausschnitt einer Sängerin. Oh ja. Der ganze Mist, der schon die Stadttheater seit Jahren zum Komödienstadl macht, ist endlich auch bei den Weihespielen angekommen.

Sonntag, 22. Juli 2007

Domburg zum dritten


Und ich steh wie gebannt
Auf der Treppe zum Strand.
Von den Dünen nach unten.
Da seh ich dann Bälle
Und menschliche Wälle
Vor der Sonne, der bunten.

Und die Kinder, die schreien,
Füttern Möwen, verleihen
Ein Förmchen voll Sand,
An der Treppe zum Strand

Sonnenuntergang, diesmal nicht im Zusammenhang mit dem sagenhaften Köln, sondern im kleinen Domburg, nach Wein und Omlette und der Frankfurter und ein paar Gedanken, die nicht so finster sind.

Jetzt sitz ich hier in Domburg und sehe im WDR, mit reichlich Schnee im Bild (wo gibt's das noch?), die Kölner Lichter. Das Feuerwerk mit Musik: "zo Foß noh Kölle jonn...". Es ist schon komisch. Hat die Stadt das verdient? Ja. Absolut. Wunderbar. Kölsch. Gerade noch ist der 'Major' mit dem Hut in der Ooststraat vorüber gegangen, wir haben uns als alte Südstädter gegrüßt, jetzt spielt das Orchester im Fernsehen, in Köln "verdammp lang her..". So ist das. Schön. Die Entfernung, der Seewind, machen milde und melancholisch.

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Theaterleiter und Regisseur, Autor, Zeichner und Sänger.