Montag, 25. Januar 2010

Hamm

Auf den kleinsten Bahnhöfen heißen gewisse Örtlichkeiten, Entschuldigung - Locations - nicht mehr Toiletten, sondern "Mr. Clean". Ja.

Ja. Und in Hamm gibt es seit neuestem die Aktion "Mapping the region"!
Was wird hier gemappt? Unbekannte Schätze? Werden die letzten weißen Flecken kartografiert, unentdeckte Volksstämme gefunden? Es gibt, wie wir von Menschen wissen, die witzig sein müssen, Geschichten über Eingeborene, die rau aber heatzlich sind, "Wodka Wick Blau" trinken und Körriewuast essen. In Hamm gibt es zu alledem noch ein neues Projekt: die "Local Hero Woche". Nicht bei McDonalds, nein, ganz Hamm macht Kunst, local Kunst. Hamm ist nämlich im "Netzwerk" Ruhr 2010 Kulturhauptstadt Europas. Ja. Mister Local singt:
If you can make it there, you make it anywhere! Tschauiii. Gib mich nochn Pils.

Noch etwas:
Ich mag Podolski. Ich will, dass er für den 1.FC Köln stürmt. Immerhin haben wir uns das alle jahrelang gewünscht. Und er sich auch. Ich habe noch die wunderbare Szene im Kopf, als er sich in Müngersdorf beim Spiel gegen die Bayern nach dem Tor an die Brust klopfte, wo das Herz schlägt und der Geißbock meckert... allerdings war das Tor für die Bayern. Aber er hat auch für den FC schon ein Tor gemacht. Ich glaube es war vor fünf Monaten. Nein, ich bin nicht sarkastisch. Ich mag Poldi. Novakovic ist schon eher die Zicke. Seine Torausbeute, schweigen wir.
Gestern Sonntagsspiel in Wolfsburg. Beide nicht dabei. Was aber macht die Rumpfelf? Sie spielt zusammen. Sie schießt in einem Spiel 3 Tore. Drei. Und sie spielt und sie zeigt Moral und sie gewinnt das Spiel. Nein. Ich mag Poldi. Ich will dass er spielt. Wirklich.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Kunst im Bau

Sind wir nicht schon genervt genug? Brauchen wir nicht auch Orte, an denen wir nur sitzen, oder warten oder essen und trinken dürfen ohne genervt zu werden? In der Kneipe müssen wir einen Platz finden mit ausreichendem Abstand zu den wummernden Lautsprechern, denen wir schon aus dem Straßenverkehr versucht haben zu entkommen. Dann die Blickrichtung. Nicht ständig auf die esoterischen, bunten, traurig gepinselten Bilder schauen müssen, die Veedels-Künstler aufhängen dürfen.

Und nun? Die U-Bahn, die neue, kurze, ist noch nicht eröffnet, schon wird "Kunst" geplant. Die "Neumarkt-Collage" am Neumarkt oder die "Kölner Köpfe" am Appellhofplatz sind schon unvergesslich genug. Nun soll uns also bunte, schrille Performance-Malerei (Kneipenkunst in Riesenformat) von ruhigen Momenten abhalten. Der Vorstandssprecher der KVB spricht von einem "bedeutenden Kunstprojekt". Diese Sorte Vorstandssprecher schauten im vorigen Jahrhundert zuhause auf einen traurigen Clown, bevor sie sich ein einen solchen verwandelten. Heute sind Clown und Zigeunerin im Goldrahmen ersetzt worden von digitalen Fotorahmen und Video-Projektionen. Der Vorstandssprecher fährt fort mit einem weiteren auswendig gelernten Verlautbarungsbaustein: "Spannungsfeld zwischen Kunst und Architektur". Dann kommt noch unser Kulturdezernent Quander: "Attraktivierung des unterirdischen Stadtterrains". Aua. Unterirdisches Geistesniveau ist somit ausgewiesen. Diese Köpfe sind innerhalb ihres Hohlraumes mit Sicherheit bunt bemalt und beinhalten Büroschränke mit Satzschablonen. Das muss genügen.

Einer der prämierten Kunstentwürfe für 1,5 Millionen Euro ist kein trauriger Clown, nein, eine Video-Projektion. Buntes Thema: Papageiennest.

Liebe Leute! Der Einsturz des Stadtarchives war KVB-Performance genug. Lasst uns einfach in Ruhe Bus fahren.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Die Blauen, die Roten und die Gelben

Die neue Vorzeigediktatur China lässt keine Gelegenheit aus, zu zeigen wie's geht.

Wer Bauprojekten nicht weichen will, wird umgesiedelt oder totgeschlagen. Wer dagegen protestiert, wird totgeschlagen oder eingesperrt. Einen Schriftsteller hat man für seine Unterschrift unter eine Charta für mehr Demokratie zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Zukunft hat begonnen. Der Internet-Konzern Google, der mit den Zensurbehörden Chinas immer friedlich zusammengearbeitet hat, also bestimmte Begriffe gar nicht erst suchte oder anzeigte, erlebt erstaunt einen umfassenden Hacker-Angriff auf Daten von Oppositionellen, damit auch diese gefunden und eingesperrt werden können. Und jetzt entdeckt Google sein Gewissen (Marktanteil in China ist ohnehin nur 20%).

Im Kino läuft der Film 'Avatar', der umgehend bei den Chinesen so gefragt ist, dass die Diktatur erneut eingreifen muss. Das liegt offenbar an der Geschichte. Es geht um Zwangsumsiedlung. So etwas kann sich nur auf einem fremden Planeten abspielen, oder in China, kommentieren Zuschauer im Internet.
Folge: Der Film wird nur noch in 3D-Kinos gezeigt, ist also praktisch verboten.

À-propos Avatar. In Amerika wirft man dem Film Rassismus vor (Erst ein Weißer in blauen Haut zeigt den blauen Wilden, wie man sich befreit). In Russland fordern die Kommunisten (Weiße in roter Haut), die Macher in Haft nehmen zu lassen, da die Geschichte einem russischen Schriftsteller gestohlen worden sei.

Kunst ist gefährlich. Heute blau und morgen blau und übermorgen wieder...

Dienstag, 19. Januar 2010

Etwas Positives

soll ich schreiben, riet mir jüngst eine Freundin. Ich willigte ein und legte mich ein bisschen auf mein Ohr, um Ruhe zu finden.

Ich wache auf, weil Geschirr und Bücher aus den Regalen stürzen. Die Tapete reißt auf: Dahinter gähnt eine Leere, die mit einem Mal von gleißendem Licht durchschnitten wird. Ein komischer Mann mit vorgeschobenem Unterkiefer singt: "Wir sind alle deine Kinder". Der Herr Westernhagen, so heißt der Nachbar, quetscht ein paar Töne aus seiner Lederjacke, während der Schutt dampft und Steine stürzen. "Ein kleines bisschen Sicherheit", schreit ein verletzter Junge zwischen den Trümmern meines Hauses, während eine Frau mit dickem Bauch, die draußen auf der Straße sitzt, leise nach dem letzten Einhorn Ausschau hält. "Ein Herz für Kinder" flüstert sie und senkt den Blick. Am Ende der langen, gewundenen Straße kommen die Helfer und bauen Kräne, Schienen, Transformatoren, Scheinwerfer und Kameras auf. Es wird eine große Show. Da erwache ich aus meinem Traum.

Ich hörte aus der Ferne einen Programmhinweis des ZDF.
Eine raue Stimme wie aus einem Abenteuerfilm ist zu hören. Die Stimme rollt unaufhaltsam, wie ein Tsunami, in mein Wohnzimmer: Zu einer lustigen Musikuntermalung sieht man weinende Kinder, überblendet mit Verletzten und Häuserruinen. Logo: "Ein Herz für Kinder". Klebt auch auf den Autos, die uns die Vorfahrt nehmen, neben "Baby an Bord" und Schäferhundkopf. Ein Wackeldackel nickt durch das Rückfenster. Auf der Ablage die BILD: "Supermodel Claudia Schiffer: Hier zeigt sie ihr süßes Baby-Bäuchlein!"

Die Stimme, heiser raunend, fährt fort: "Eine Woche nach der verheerenden Katastrophe in Haiti kämpfen die Menschen um's Überleben" - Pause - die Stimme hebt sich: "Die Spendengala im ZDF! Mit Thomas Gottschalk und Steffen Seibert! An den Spendentelefonen sitzen Wolfgang Joop und Felix Magath" -

"Hallo Deutschland", grüßt eine Blondine in die Kamera und flüstert bedeutungsschwanger: "Die große Spendengala, die das ZDF gemeinsam mit der BILD-Zeitung veranstaltet..." (das größte deutsche Lügen- und Busenblatt wird später in der Sendung mehrmals erwähnt, wie auch die Bayer AG, Siemens, Lidl usw). "Die Proben mit Thomas Gottschalk laufen bereits auf Hochtouren" - Liveschaltung. "Ein paar prominente Namen sind schon gefallen" - "die Telefone laufen, hoffentlich, heiß", wenn Prominente den Hörer abnehmen.

"Welche Highlights erwarten uns denn noch?
- Ja hier auf der großen Showbühne, da werden erscheinen Silbermond ('Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit'), Peter Maffay ('Ewig'), wir haben Chris de Burgh hier ('The long and winding road' im Playback-Verfahren vor Video-Clip mit blutendem Kind), wir haben Sarah Connor hier, das heißt wirklich große Acts sind dabei - aber - es wird auch ernsthafte Gespräche geben... "

Ich erwache nicht. Es ist kein Traum.
Die Deutschen spenden, aber nicht ohne dass man ihnen vorher den Kopf zumüllt und das Gemüt verklebt. Hat es im ZDF jemals ernsthafte Gespräche gegeben, ohne dass es um den Verkauf der nächsten Platte oder die Vermarktung des nächsten Kitschfilms ging? Wenn in einer solchen Sendung schon keine Dichter und Denker auftauchen dürfen (wegen der Quote), warum dann auf halber Strecke stehen bleiben? Ein bisschen mehr Titten, König von Mallorca, Silbereisen, Naabtalduo, Carpendale, Tony Marshall und - ein bisschen Spass muss sein - der original Roberto (Tahiti) Blanco. Die gut platzierte Werbung für die Milchwirtschaft, deutsche Wertarbeit und Haribo versteht sich von selbst, denn sie hat Moral-Gütesiegel. Dann fragt auch niemand mehr: Wo bleibt das Positive?

Jenseits der Show helfen Freiwillige, Retter, Ärzte und operieren, graben, verteilen, wühlen sich bis zur Erschöpfung durch die real existierende Hölle.

Diese Menschen sind das Positive.

Sonntag, 17. Januar 2010

Dantons Tod

Nach ungefähr 20 Minuten bekam das Stück auf der Bühne des Schauspielhauses endlich Rhythmus. Es begann das nicht enden wollende Türenklappen, nicht etwa skandalisierter, sondern zu Tode gelangweilten Zuschauer, die an bereits Eingeschlafenen vorbei ins Foyer drängten. Nach einer Stunde war auch bei mir die Erträglichkeitsgrenze überschritten. Dem Programmheft konnte man durch die Bilder entnehmen, dass die verwuschelten, mehr oder weniger bekleideten Darsteller bis zum bitteren Ende ihren Text nuscheln, und dabei Füßchen links, Füßchen rechts, Händchen auf, Händchen ab spielen würden.

Dem Programmheft, in dem nach einer halben Stunde in meiner Umgebung alle anfingen zu blättern, konnte man durch Texte ebenso entnehmen, dass es sich bei den Schauspielschüler-Bewegungs-Übungen um "Idiorhythmie", um "Erschöpfung" und "Ermüdung" drehte.

Konzept! Wieder einmal dürfen wir Zuschauer den Kopfgeburten eines Regieteams beiwohnen (diesmal 'Chétouane'), das aus einem großartigen Stück Theaterliteratur, eine flächige, bräsige, dummdreiste Inszenierung macht.
Versatzstücke der Beliebigkeit, Schritte, Gesten, Drehungen, Handbewegungen in Endlosschleife, sollen vielleicht Müdigkeit und Ausweglosigkeit der Gesellschaft behaupten. Endloses, tonloses Nuscheln dünner Mädchen, lange Texte mit englichem Akzent - ja, so ist die Welt! Kurz und gut, wir müssen, wenn wir den Raum nicht verlassen, zuschauen, wie Schauspielschülerinnen oder Tänzerinnen oder Schauspieler oder 'echte' Menschen - egal - uns den letzten Nerv rauben dürfen. Den Zurückgebliebenen möchte man zurufen: Kündigt die Übereinkunft auf, dass Publikum gequält werden muss. Es muss nicht. Und die Schauspieler möchte man zum Widerstand aufrufen, wenn immer wieder von ihnen verlangt wird, ihre Kunst zu vergessen.

Die Menschen, die ich im Foyer traf, Enttäuschte, die das Theater lieben, fanden, wie ich, den erreichten Wendepunkt auch kritisch für die Intendantin in ihrer zweiten Spielzeit. Die Frage taucht auf, was mittlerweile der Unterschied sein soll zwischen der von der Presse in Bausch und Bogen heruntergeschriebenen Ära Marc Günthers, zu der in Bausch und Bogen hinaufgeschriebenen Ära Karin Beiers. Der Gemischtwarenladen experimentalistischer Zumutungen diverser, prätentiöser Regieteams ist kaum noch zu unterscheiden.
Soll das Theater auf lange Sicht ohne Zuschauer stattfinden, oder was?

Freitag, 15. Januar 2010

Atom Asse

Warum warnten schon vor Jahrzehnten Wissenschaftler und Bewohner dieses Landes vor der Atomkraft? Die Industrie trieb ihre Gier und ihren Zynismus auf die Spitze und fing an zu dichten: "Atomkaftgegner überwintern bei Kerzenlicht und kaltem Hintern". Das ist Kreativität, das ist witzig.

Kaum ein Hintern überlebte nach dem GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl, eine Atomkatastrophe, die eigentlich nicht vorkommen durfte, also auch nicht vorkommen konnte. Chance eins zu eine Million oder eins zu einer Milliarde, egal. Eigentlich. Aber einer gewinnt irgendwann doch immer den Jackpot. Diesmal die Mai-Spaziergänger von Tschernobyl.

Warum warnten Wissenschaftler und fragten immer wieder nach dem Verbleib des Atommülls, der auch, wenn man ihn in Fässer steckt, strahlt, Millionen Jahre. Aber Asse, der Salzstock, wo hunderttausend Fässer herumliegen, wird schon jetzt brüchig, es dringt Wasser ein, die Fässer rosten. Konnte keiner ahnen.
Nein. Es kann nur keiner hören. Wie immer.

Samstag, 9. Januar 2010

Kulturhauptstadt Ruhr

Die Eröffnungsfeier. Im Schnee. Draußen. Sehr reizvoll. Besser als, wie immer, in einem überdachten Stadion mit üblicher Massenhysterie zu dünnem Programm.
In 'Zeche Zollverein' fehlt nur die Massenhysterie. Und die Show? Projektionswände, natürlich, die ausgleichen sollen, was die Darsteller nicht schaffen. Auf Tonnen herum klopfen zwischen Feuerfontainen (auf den Projektionstafeln sieht man Stahlarbeit), laangweilig. Dann tanzen junge Menschen vor den Tonnen (auf den Projektionstafeln tanzen junge Menschen im Club), laangweilig, dann, natürlich Rap-Gelaber von noch jüngeren Menschen, gaanz langweilig. Regisseur ist ein Professor von der Folkwang-Schule, der von Höhepunkten oder einer Inszenierung offenbar noch nie gehört hat. Zum Schluss, natürlich, Grönemeyer mit Sinfonie-Orchester. Komm zur Ruhr.

Statt Köln. Jetzt werden Köln und seine Kulturschaffenden noch einmal schmerzhaft daran erinnert, wie kläglich die Bewerbung Kölns damals scheiterte. Köln konnte sich noch nicht einmal regional durchsetzen.

Der Ressortleiter des Kölner Stadt-Anzeigers, Martin Oehlen schrieb damals:
"Die gesamte freie Szene ist der Leuchtturm". Es wäre die Kraft vieler Individuen, vieler Köpfe, die erfinden wollen, die mit Publikum kommunizieren wollen, gefragt gewesen.
Auf diese Vielfalt aber wollte keiner setzen. Die Kulturverwaltung hatte nur sich selbst im Auge und ging so weit, zu Beginn des Bewerbungsprozesses als Vertreter der 'freien Szene' nur den Leiter des Kulturamtes zulassen (!).

Nach entsprechenden Protesten von real existierenden Vertretern der 'Freien' wurde von der freien Szene ein so genanntes freies 'KulturNetz Köln' gegründet, das nach ein paar guten frei entwickelten Gedanken in den üblichen Debatten stecken blieb. Wer vertritt uns? Und vor allem: Wer nicht? Selbst Aktionen, wie etwa bis zur Respektierung freier Arbeit das 'K' in allen Verlautbarungen spiegelverkehrt zu schreiben, blieben eine subversive Idee. Die Verwaltung verwaltete, die Künstler liefen hinterher.

Ein Intendant wurde eingesetzt: Franz Xaver Ohnesorg, der sich nur um Hochkultur kümmern wollte, wenn überhaupt. Die Wirtschaft hielt sich sowieso zurück. Die Politik blieb ratlos, beauftragte die Verwaltung und die schuf sich ein paar zusätzliche Stellen. Die Künstler liefen hinterher.

Dann wurden 11 'Kulturbotschafterinnen' (11 Jungfrauen - lustig!) ins Leben gerufen, von denen sich eine durch Querelen im eigenen Lager auszeichnete, eine andere von vorne herein Werbung für eine andere Kulturhauptstadt machte, sich der Rest in Schweigen hüllte und für den Express (der sonst über Kultur schon gar nicht mehr berichtete) ablichten ließ.

Die Politik hatte auch eine Idee und warb mit Rhein, Brücken und Dom. Die Künstler liefen hinterher. Ihre Forderung an die Verwaltung, erst einmal eine Bestandsaufnahme zu machen, steht bis heute im Raum.

Es wurde weiter lustig gegründet. Zum Beispiel Kooperativen. Städtische, freie Vertreter und 'Querdenker' (wer denkt sich so etwas aus?) sollten gemeinsam Programme schreiben. Die Verwaltung brauchte unbezahlte Hilfskräfte. Übrig blieb von dem Ausgedachten und Quergedachten - nichts. Die Stadt veröffentlichte eine Hochglanzwerbeschrift in der etwas über Museen und Kölsch zu lesen stand und über eine 'Umstrukturierung der freien Theaterszene'.
Wer wollte das wissen? Da fragte sich selbst der geneigteste Leser, ob die Veranstalter nicht auf die Couch gehörten.
An Kultur interessierte Menschen machen sich auf ins Ruhrgebiet.

Zumindest ist das ab heute möglich und sinnvoll. Glückauf.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Erzähl eine Geschichte

Ich bin nicht gut im Geschichten erzählen.
Es war einmal ein Mädchen in einem blauen Kleid. Nein, schrie sie.
Ich will keine rosa Tapete und keinen Prinzen und keinen Cowboy als Mann. Sie drehte den Fernseher lauter und schwieg. Musik klimperte eine melancholische Einsamkeitsmelodie. Die wurde lauter und lauter. Es wurde später und später.
Die Uhr lief. Das Kleid wurde ganz grau im Licht des letzten Filmes. Dann ging sie ins Bett unter die braune, gemusterte Decke, die unter der dicken, blauen Decke schwamm. Sie träumte von großen Reisen.
Das ist eigentlich schon alles.

Eine schöne Geschichte.

In einer fernen Stadt in der Nacht wenn die Geschäfte schließen, steht das Mädchen mit einem anderen Mädchen zusammen an der Eingangstür der Bäckerei und spricht noch ein paar Worte. Man wird sich morgen wieder sehen. Schürze aus, Tür zu.

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Theaterleiter und Regisseur, Autor, Zeichner und Sänger.