Dienstag, 28. März 2017

Es ist schön

Uuuuaaaaaa
Das Wetter. Und heute Nacht wird es klar. Tanzen. Und die ISS ist auch zu sehen. Flieg! Zieh deine Bahn. Über ganz Europa. Leuchte ruhig. Wir sehen dich. Du bist nicht wie die anderen. Sterne funkeln, Flugzeuge blinken, nur du, Raumstation, glühst kalt und beständig. Ein Zuhause, das in der Sonne scheint, über einem himmelblauen, unwirtlichen, fremden Planeten.
Und ich träume Äpfel und Birnen, die umeinander kreisen. Am Tag werden die bereits erregten Bäume mit Grün beworfen. Ruhige, lebendige, grüne Punkte, die im Wind zittern. Früher gab es früher Kroküsse. Jetzt schon vorbei. Früher Schnee. Und Unwetter. Kommen noch. Jetzt sind im gleichen Zeitraum Rekordtemperaturen in Sicht. Und Osterglocken.

Wir wollen Meer und Wein und Fritten. Und Wind und Sonne. In Sicht. Kommt.

Montag, 27. März 2017

Schulzzug ins Nichts

Landtagswahl im Saarland. Die Saarländerinnen und Saarländer haben Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer - und schon ist die Redezeit zu Ende.
Im Ernst: Hohe Wahlbeteiligung und die Bestätigung einer seriösen Frau im Amt, statt eine neue Welle von Wutbürgertum, Chaos und rechtsnationalem Hau-Drauf, sind gute Zeichen.
Der Wunsch nach stabilen Verhältnissen macht auch denen einen Strich durch die Rechnung, deren Wahlkampf aus hohlen Phrasen und Öffnungen bestand. Vor allem eine Öffnung - für neue Bündnisse, für die Macht. Für Rot-Rot. Schiefgegangen. Nicht alle übersehen, dass die SPD keine Linke ist und dass die 'Linke' eben auch keine Linke ist, sondern Sammelbecken für Ostalgiker, Spießer, alte Stasi-Agenten und junge Frauen, die alles nachplappern, was Putin vorplappert. Nur der Lafontaine-Effekt verschaffte der Linkspartei ein zweistelliges Ergebnis.

Und alle hinterher
Und die SPD? Die SPD muss enttäuscht begreifen, dass es doch nicht reicht, eine Rede zu halten und dabei fünfzig Mal 'Gerechtigkeit' zu rufen, um glaubwürdig zu scheinen. Oder gar links. Und die SPD muss verwundert begreifen, dass es doch nicht reicht, einen Hype im Internet zu erfinden - ja gut, ihr habt von Trump gelernt - oder von Putin (vielleicht hat Schröder ja auch geholfen). Ihr müsst leider begreifen, dass es nicht reicht, die übliche Hashtag-Flut über uns hinwegrollen zu lassen, zuzüglich einiger Züge, Schulz-Züge, das führt am Ende nur zu entgleisten Gesichtszügen. Dann gab es noch Computerspiele, Zug-Spiele und zusätzlich haben eure SPD-Trolle Pop-Schulze und Schulz-Heiligenscheine aufleuchten lassen - im Netz - aber was passiert in der wirklichen Welt? Tja. Berlin ist nicht Bonn, Bonn ist nicht Weimar, Deutschland ist nicht Amerika, Amerika ist nicht Saarbrücken und Saarbrücken ist nicht Berlin... Aber: Hier! Hallo! Schulz-Effekt! Und alle Medien hinterher. Da verliert man schon mal den Überblick und den Blick auf die Wirklichkeit.
Na gut - der sich ständig potenzierende Wettlauf um das nächste Event, die nächste Schlagzeile, die zunehmende Infantilisierung der Politik, haben euch verführt zu glauben, dass der bärtige Mann mit dem Sprachfehler schon Kanzler ist. Selbst seriöse Medien laufen heute jedem Hype hinterher. Dem Hashtag-Populismus wird kaum noch kritische Berichterstattung entgegengesetzt. Kostet zuviel Zeit. Dumme Sache. So hängt der digitale Himmel voller Heißluftballons. Es sind schon so viele, dass sich die Sonne verdunkelt. Das kann dem Geisteszustand eines SPD-Parteitags nicht passieren. Wie vernebelt die Delegierten da herumlaufen und blöde um die Wette lächeln, dieser Zustand spiegelt sich genau in den 100% für den neuen Vorsitzenden... Das spiegelt den Zustand einer Partei, in der alle ohne Diskussion einem Messias hinterherlaufen, nur weil sie den alten los sind. Zu einer Zeit, in der es noch um Inhalte ging, waren ehrliche 80% für Brandt noch Ausdruck einer Auseinandersetzung. Heute wird ein Image verkauft. 100% für Nichts. Und alle hinterher.

Und es gibt wahrhaft Wichtiges. Während in der Türkei oder in Russland Menschen verhaftet werden, oder gar um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie sich offen und kritisch äußern, müssen wir uns nach der Wahl in der 'Elefantenrunde' wieder zuquatschen lassen und die Wiederholung von Satz-Schablonen aus dem Wahlkampf ertragen. Kein Wunder, dass immer mehr Leute die Nase voll haben.

Noch etwas. Am Wahltag im Saarland gingen in weit über zwanzig russischen Städten massenhaft Menschen auf die Straße um gegen die herrschende Klasse, die korrupte Putin-Medwedjew-Klique zu protestieren. Ein gutes Zeichen.

Mittwoch, 22. März 2017

Lügen haben kurze Beine

Er lügt und lügt und lügt, verbreitet Falschmeldungen, verbreitet FAKE NEWS, schlägt um sich, geht auf alle los, die ihm an den Kragen wollen, diese Volksverräter, die ihn los werden möchten, diese Weicheier, die ihn unbedingt kritisieren müssen, die seine Lügen gar widerlegen wollen, oder einfach versuchen, Fakten - Haha - Fakten ans Licht zu bringen. FAKE gegen Fakten. Fakten, die Trump immer wieder versucht unter einem Haufen von FAKE NEWS zu begraben. Trump ist Trump. Er ist das Volk. Er lügt und lügt und lügt. Durch sein Dauerfeuer auf Sehende, Hörende und Sprechende stiftet er erst einmal Verwirrung. Sehen wir überhaupt? Nur er sieht klar: Wir brauchen keine Sehenden. Die Hörenden werden taub geprügelt, die Sprechenden zum Schweigen gebracht. Eine FAKE Welt muss entstehen, in der nichts mehr ist wie es scheint und nichts mehr scheint wie es ist. Je mehr wir mit FAKE NEWS über FAKE NEWS bombardiert werden, desto mehr scheint alles Lüge. Komplettes Desaster. Jeder gegen jede, das ganze Land umringt von Feinden und Verrätern. Nur einer bleibt übrig. Krieg gegen alle Feinde, Krieg gegen die Eliten, gegen die Presse, gegen die Juden, die Schwarzen, Mexikaner, Frauen, Behinderte... Trump versucht mit seinen Tweets auch die Organe der Demokratie zu diskreditieren, um sie schließlich abschaffen zu können. - Sie werden die Macht nicht freiwillig abgeben - warnt sein engster Berater, ein lupenreiner Nazi. Breitbart-Bannon. Seine Mannschaft besteht aus Rassisten, Antisemiten, Anti-Demokraten und Verschwörungstheoretikern. Und die haben mächtige Freunde.

Putin, von gleichem Schlage, half Trump schon früh während dessen Wahlkampfes mit einer Flut von Propaganda und Falschmeldungen (Clinton betreibt Kinder-Porno-Ring in einer Pizzeria), Falschmeldungen, deren Herkunft und Verbreitung durch Putins Computer-Bots und Auftrags-Trolle zurückverfolgt werden konnte und verfolgt wurde. In einer Anhörung kam heraus: Das FBI untersucht nun offiziell auf welche Weise Trumps Wahlkampf-Mannschaft mit Putins Kampagne zusammengearbeitet hat. Nicht 'ob', wie Trump erneut lügt, sondern auf welche Weise. Natürlich wurde die Anhörung ununterbrochen unterbrochen von Tweets des Psychopathen im Weißen Haus. Natürlich drehte Trump den Spieß erst einmal um, Obama habe ihn abgehört. Kein Hinweis, sagt das FBI. Es folgten wütende Tweets, man solle sich lieber um diejenigen kümmern, die Informationen verraten.

Der Ton wird lauter und nervöser. Je nachdem wie gravierend, wie eng sich die Kooperation mit Russland zeigt, könnte ernsthaft ein Amtsenthebungsverfahren diesem rechtsnationalen Präsidenten doch noch das Handwerk legen.

Übrigens ist dieser Präsident natürlich gegen Kulturförderung. Er schafft sie ab. Trump will staatliche Zuwendungen in Höhe von rund 300 Millionen Dollar im Jahr streichen. Außerdem soll niemand mehr Spenden für das Kulturleben steuerlich absetzen können. Auch dieses Prinzip eines liberalen, kunstfreundlichen Amerikas soll untergehen. Wie die Demokratie.

Sonntag, 12. März 2017

Metzger machen Wahlkampf und Kälber wählen ihren Metzger

Der Metzger
Der Metzger hat die Nase voll. Das freie Herumlaufen auf der Wiese, das ständige quaken, bellen und fauchen - und das Ganze ohne Zaun, das ist kein Leben, donnert er. Ihr müsst glauben und beten und gehorchen.
Wer das nicht glaubt, wird angekettet oder sofort geschlachtet.

Määähh! Schreien die Kälber und lassen sich festbinden. Schnell ist auch ein Zaun gebaut. Das Gefühl von Geschlossenheit stellt sich ein. Im Stall riecht es nach Ehre und in der Luft schlagen die Krähen Haken. Ja. Der Metzger soll ihr Präsident werden - ohne Muh und Mäh, ohne Parlament und Kabinett, auch ohne Lachmöwen, die nur herumfliegen und Lügen verbreiten. Metzger wissen was zu tun ist.

Den freien Vögeln, wilden Hamstern, stolzen Schwänen, selbstständigen Katzen und friedliebenden Schafen jenseits des Zauns geht es noch ziemlich gut. Und auch den Kälbern, die mit ihnen leben. Die Gehilfen des Metzgers wollen auch bei ihnen Stimmen für den Metzger sammeln.

Ein Hamster baut sich auf und ruft: Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber!
Das kommt dem Metzger zu Ohren und er droht: Dafür werdet ihr einen Preis bezahlen! Ihr seid Faschisten!

Katzen und Schafe schauen sich erst verwundert an und können dann ein lautes Gelächter nicht mehr unterdrücken. Die Lachmöwen schlagen Salto in der Luft und tragen es in die Welt.
Das hört der Metzger und tobt: Nazi Methoden. Ihr habt nicht die geringste Ahnung von der Natur. Ihr seid alle Nazis, ihr Schweine.
Määäähhhh, schreien die Kälber im Stall zustimmend und rufen: "Todesstrafe!"

Der Metzger ist zufrieden und lässt zum Dank sofort noch ein paar dutzend Kälber schlachten.

Mittwoch, 8. März 2017

Kinderfernsehen in Deutschland - Die goldene Kamera 2017

Seit Jahren feiert sich das deutsche Fernsehen mit den Höhepunkten deutscher Witzigkeit in Preisverleihungen. Bambi oder Kamera. Höhepunkte aller Höhepunkte der Fernsehgeschichte eines Jahres. Dieses Jahr allerdings erreichte die ‚Kamera’ einen neuen Gipfel. Hier wurde nichts ausgelassen. Dass amerikanische Stars hier für die seriösen Beiträge verantwortlich waren, sagt schon einiges.

Seriöse Momente, ein zusammenhängender Gedanke, der auch im Zusammenhang belassen wird, das ist im Fernsehen immer schwerer zu finden, selbst aus den Haupt-Nachrichten werden wir heutzutage
bombardiert mit Bildsplittern, Fünf-Sekunden-Interviews und all den dummen Gesichtern von der Straße, die vor eine Kamera gezerrt werden müssen - von wegen Volkes Stimme - damit diese 'Experten' zu allen Probleme dieser Welt im O-Ton und auf sächsisch das Wort "unfassbar" absondern dürfen, oder ihre dummen Sätze mit dem großen "ABER" (Ich hab ja nichts gegen... ABER) und dabei qualvoll versuchen, wenigstens einen Satz unfallfrei ins Mikrophon zu blubbern. Wieso müssen wir das eigentlich ertragen? Und wenn keine Einspieler von der Straße kommen, dann bekommen wir die Tweets und Posts der Dummbeutel mit Sicherheit vorgelesen. In einer Nachrichtensendung! Und zwischen all dem quillt der unvermeidliche Dämmstoff von Schmunzel- und Witzigkeitseffekten. Allüberall: Boulevard! Bild macht dumm ist lange her.

Cool und jung
Je später der Abend, desto bunter die Mischung, die von Moderatoren, denen es übrigens auch immer schwerer fällt zwischen Dativ und Genitiv zu unterscheiden, aber wem stört das noch, also die von Moderatoren in einem Ton serviert wird, als befänden wir uns im Kindergarten und man müsse uns die Welt ganz einfach, in großen Lettern und Bildern aber hopphopphopp und eins zwei drei erklären. Ob ihr richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht. Es geht aber kein Licht mehr an. Keine Birne, keine Zeit zum Nachdenken. Motto: Holt die Leute da ab, wo sie sich befinden. Also steigen wir weiter hinab, ins Dunkle, Stufe um Stufe. Mittlerweile fängt es schon an zu riechen. Die braune Sickergrube ist in Reichweite.

Die Kinder-Spätnachrichten heißen heute Plus oder X-tra oder X-press und werden, im Gegensatz zu den Moderatorinnen des frühen Abends, die brav ihre Pferdeschwänzchen links- oder rechts auf dem Blazer ablegen, jetzt von hippen Kurzhaar-Frisuren, oder offenen Blüschen und offenen Haaren rechts auf dem Blüschen, präsentiert, die als erstes natürlich gar nicht wissen, wie X-press ausgesprochen wird. Das ist das Problem, wenn keiner mehr weiß ob amerikanisch oder deutsch oder hip oder hopp. Egal. Hauptsache es klingt zeitgenössisch. Xtra dot com. Wieso ausgerechnet der Kanal für die Zuschauer, die erst ihren Arzt oder Apotheker fragen müssen, hip sein will, bleibt rätselhaft. Wahrscheinlich weil man ab 23 Uhr die Alten im Bett wähnt. Dabei sind es heute die Studenten.

Also zurück zu den gänzlich Ausdruckslosen, die zu später Stunde noch zuschauen, weil ihnen die Energie fehlt zum Computer zu kriechen. Bleibt sitzen. Seht hin. Ihr könnt es verstehen. Denn zu jedem Bericht werden nicht nur witzige, ironisch klingende Sprechblasen abgesondert, sondern auch Bildchen, Sprechblasen und lustige Animationen eingeblendet. Und die Sprech-Blasen bewegen sich mit dem Gesicht des Sprechenden zu jeder kleinsten Bewegung mit, die Sätze des Sprechenden werden dazu - Blitz Blitz - zerhackt, während drei Hauptworte der Kurzsätze in der Sprechblase zu sehen sind. So versteht ihr. Nur ich verstehe nichts mehr. Weil ich mich lautstark über diese Dummheiten aufrege und so weder zuhören kann noch zum lesen komme.
Früher gab es ‚Logo‘ - Nachrichten für Kinder, heute sind alle Nachrichten X-tra Logo. Und der spöttisch-witzige Ton wird noch tantenhafter, wenn es um Kultur geht. Zum Schluss. Mit Schmunzeln. Da flippe ich aus. Früher...

3nach9 1976
Früher, in den alten Fernsehzeiten, war alles - auch nicht anders. NDR 'Classics' hat mir geholfen mich zu erinnern: 3 nach 9. Zum Beispiel der Moderator, der sich intellektuell geben will und eine halbe Stunde lang eine Frage in den Raum zu stellen versucht, die er mit bedeutungsschwangeren Denk- und Formulierungspausen noch mehr in die Länge zieht, um die Antwort des Gastes nach einem Halbsatz zu unterbrechen, um 'nachhaken' zu können. So geht es also auch. Die Sprechblasen sind nur mit noch mehr Luft gefüllt. Und mit Zigarettenrauch. Während der Gast, zum Beispiel ein österreichischer Hähnchen-Unternehmer, zwischen diesen Dunstglocken in die Mangel genommen und sozialdemokratisch-kritisch auf fehlende Mitbestimmung angesprochen wird, kommt 'Witzigkeit' ins Spiel. Eine dicke Frau wird gezeigt, Nahaufnahme, die immer wieder zwischen das Gespräch geschnitten wird. Die dicke Frau sitzt, lustig-ernst im Hintergrund und frisst ein Hähnchen, so, dass ihr das weiße Faserfleisch zu den fettverschmierten Mundwinkeln heraushängen kann. Wahnsinnig kritisch und wahnsinnig witzig. Heute werden aus solchen Zutaten ganze Theaterinszenierungen gemacht.

Aber zurück zur Feier des Fernsehens. Die ‚Kamera’ 2017.
Ich musste schon befürchten, dass wegen Erdo-Wahn der Grimassenschneider Böhmermann eine Kamera bekommen würde. Der Preis ging aber Gott sei dank an die 'heute show'. Gerade noch davon gekommen. Trotzdem zu früh gefreut. Denn die Lümmel von der letzten Bank beherrschen heute nicht nur die Millionen Kabarettsendungen...

Jane Fonda, ausgezeichnet für ihr Lebenswerk, freut sich über drei Preise für drei Nachrichtensendungen - in Deutschland dürfen also schon drei Sender die Wahrheit sagen. Seitenhieb gegen Trump. Wow! Schmunzelhöhepunkt und Applaus. Sie ist aber noch nicht fertig: "Die ersten Schritte der Faschisten sind die Freiheit der Presse anzugreifen.“
Wow! Erst Barbarella, dann Aerobic und jetzt ein Aufruf zum Kampf!
Allerdings ist das Wort ‚Faschisten‘ in der deutschen Simultanübersetzung nicht zu hören. Kein Schmunzel-Faktor.

Witzigkeit bis zum Abwinken 
Nach Verzückungshysterie im Angesicht amerikanischer Stars, durch den bärtigen Moderator Marke Abenteuer-Doku, ist dann aber endlich wieder die bekannte deutsche Witzigkeit angesagt.
Annette Frier und ein anderer Typ mit Bart schneiden Witzigkeits-Gesichter, um darauf aufmerksam zu machen, dass es jetzt wirklich ernst-witzig werden wird, so wie es in der Ära Böhmermann üblich geworden ist. Aber sie grimassieren nicht nur, sie führen auf der Bühne tatsächlich einen Tanz auf, einen witzigen Tanz, einen Hottentotten-, oder Woodoo- oder einfach Urwald-Tanz. Ugga Ugga Ugga - dazu greift sich Annette an die Titten und drückt sie - „beste Schauspielerin“, röhren beide mit Urwald-Stimmen, der bärtige Typ steckt in einem riesigen, goldenen Briefumschlag-Kostüm und tanzt mit, spätestens jetzt kennt die Witzigkeit keine Grenzen mehr.

Einer der amerikanischen Stars kann sich nun nicht mehr zurückhalten und macht den ‚Scheibenwischer‘ - andere schauen sich entgeistert an. Komplett bescheuert, diese Deutschen.
Auch den deutschen Berühmtheiten stehen jetzt die Münder weit offen. So etwas Lustiges haben sie schon lange nicht mehr gesehen. Jetzt fehlt nur noch Barbara Schöneberger oder ein Auftritt von Roberto Blanco oder Howard Carpendale oder von noch einem Witzigkeits-Experten aus der Abteilung Abitur-Gag, der vielleicht als Doppelgänger eines amerikanischen Stars erscheinen und seinen Preis den Abiturienten Joko und Klaas widmen wird. Keine Sorge, das kam alles auch noch. Alles. Gnadenlos. Wirklich uns wahrhaftig.

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Theaterleiter und Regisseur, Autor, Zeichner und Sänger.